Laufend neue Texte – Berichterstattung rund um den Schäferlauf

blog_titel schäferlauf

500 Einsatzstunden haben Polizeibeamte insgesamt an den vier Tagen des Markgröninger Schäferlaufs dor Dienst geschoben. So vermeldet es die Polizei zumindest am heutigen Dienstag, nachdem die Traditionsveranstaltung beendet ist. Gut, ganz so viel war es bei mir zum Glück nicht (zumal ich es auch noch nicht auf so viele Stunden bei meinem neuen Arbeitgeber bringe) – aber doch einiges.

DSCN8037

Los ging es mit ersten Vorbereitungen für eine Beilage, danach, rund anderthalb Wochen vor dem letzten Augustwochenende, ging es weiter mit einem Pressegespräch, das Stoff lieferte für einen Bericht am nächsten Tag und die Beilage.  Großes Thema war natürlich die Sicherheit, angesichts der jüngsten Terroranschläge – von denen einer erst noch kommen sollte – aber auch die Folgen des Brandes in der Altstadt.

Deutlich gelassener war da doch der Beginn der Festtage selbst – zumindest für Zuschauer und Berichterstatter beim Leistungshüten am Freitagmorgen. Denn manch einer der Teilnehmer hatte zu kämpfen mit der ihm unbekannten Herde des Markgröninger Stadtschäfers. Vor allem, wenn er gleich zu Beginn dran war und die Tiere noch nicht vertraut mit den Begleitumständen des Wettbewerbs, wie einem rasch auf sie zufahrenden Auto oder dem Pulk an Zuschauern. Da könnten sie vom Bürgermeister eigentlich einiges lernen, der es doch immer wieder versteht, Aufmerksamkeit zu erzeugen mit Ideen zum Weltkulturerbe oder schon so einigen Auseinandersetzungen, etwa dem rund um den „Zigeunerwagen“.

Am Samstag ging es dann morgens weiter, mit der Begrüßung des Landrats, der jedes Jahr dafür dichtet. Allerdings ließ er diesmal seinen Zylinder sprechen, über den Schäferlauf, aber auch über kommunalpolitische Themen wie Bauprojekte oder die umstrittene Stadtbahn Richtung Ludwigsburg.

Nicht fehlen dürfen bei der Traditionsveranstaltung auch der Festzug und die Wettläufe und Tänze auf dem Stoppelfeld (mit Wiederholung am Sonntag, wenngleich nicht so im Rampenlicht, weil die Redakteurer ja irgendwann alles schreiben müssen).

Der Montag steht dann traditionell im Zeichen der Märkte in der Altstadt und des abschließenden Feuerwerks beim Vergnügungspark. Für mich war der Tag eher ruhig, für das Porträt war schon recherchiert, die Ideen für eine Leiste mit Splittern gesammelt. Am Dienstag gab es dann nur noch die Recherche zur Sicherheitsbilanz zu erledigen, und der Schäferlauf damit arbeitstechnisch weitgehend abgearbeitet – wie auch für die Einsatzkräfte.

 

Advertisements
Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Der Zug ist abgefahren: der Bahnhof Schwäbisch Hall und seine kuriosen Fahrplanauskünfte

blog_Bhf SHA Titel

Die vergangene Woche war, lokaljournalistisch gesehen, ganz schön abgefahren: gefährlicher Straßenverkehr auf der B10, Planungen für ein Parkraummanagement und eine Fahrradaktion waren die Themen, dazu kam gleich am Montag ein Termin zu den Tariferhöhungen beim VVS und Strafzahlungen wegen der vielen Verspätungen bei der S-Bahn. Und das hat mich daran erinnert, dass da noch eine Geschichte offen war: die rund um die Bahnhöfe in Schwäbisch Hall und die der zu einigen Zeiten doch sehr kuriosen Fahrplanauskunft.

Begonnen hatte alles mit einer nächtlichen Fahrt mit dem Zug nach Schwäbisch Hall. Doch die hätte eigentlich gar nicht stattfinden dürfen. Sagte zumindest die Auskunft auf bahn.de, ebenso der Fahrkartenautomat. Späteste Verbindung von Stuttgart nach Hall sei gegen 20 Uhr. Anders aber die Auskunft der Nahverkehrsgesellschaft des Landes, efa-bw.de. Und die hatte recht – oder doch auch nicht? Denn im Stuttgarter Hauptbahnhof wartete um kurz nach 22 Uhr am Gleis ein dunkler Zug auf die Reisenden (plus kaputte Tür, aber das scheint fast normal). Immerhin: es saßen schon andere Menschen drin. Kurz vor Abfahrt ging dann tatsächlich das Licht an. Bis Schwäbisch Hall-Hessental. Der Bahnhof ist vergleichsweise dunkel, was nicht gerade für einen netten Empfang in einer Stadt sorgt, die doch sehr auf Touristen baut (aber gut, so sieht man auch das Elend nicht gleich).

Anderntags ging es, wieder mit der Bahn, diesmal aber vom Bahnhof Schwäbisch Hall aus. Und der hat mich noch sprachloser zurückgelassen als der etwas außerhalb. Das Bahnhofsgebäude ist verschlossen, einen Zugang gibt es entweder links vorbei, zwischen Mauer und Gebüsch, dort wo nur noch ein halbkaputtes Schild auf die einstige Bahnhofskneipe verweist, oder rechts, über eine schmale Treppe mit gefühlt rostigem Geländer (erst später habe ich den „barrierefreien Zugang“ entdeckt, eine etwas breitere Lücke zwischen parkenden Autos). Bis Anfang 2016 war zumindest noch für drei Jahre lang diverse Kunstausstellungen in dem Gebäude beheimatet, seitdem steht es wieder leer. Als Grund für den Zustand des Bahnhofs wird auf die frühe Geschichte verwiesen. Denn nachdem Ende des 19. Jahrhunderts die Fernzugverbindung von Stuttgart über Crailsheim nach Nürnberg geschaffen wurde, die Hessental tangiert, verlor Hall als Bahnstopp immer mehr an Bedeutung. Heute halten im Schnitt nur noch alle zwei Stunden Züge auf der Verbindung von Heilbronn nach Hessental/Crailsheim.

Dazu kam wieder ein Problem mit der Online-Fahrplanauskunft, beziehungsweise dem Automaten. Denn erstere hatte mir angezeigt, dass ich vom Haller Bahnhof mit dem Bus nach Hessental fahren soll, und dort dann in den (ebenfalls verspäteten, aber auf dem Bahnsteig so nicht wirklich angezeigten) Zug nach Bad Cannstatt umzusteigen. Doch weil ich auf dem Bahnsteig Menschen gesehen hatte, bin ich zunächst dorthin und habe auf dem Aushangfahrplan entdeckt, dass es auch einen Zug gibt. Praktischer schien mir das, denn damit würde ich ja schon auf dem Bahnsteig in Hessental sein, und müsste nicht diese wenig einladende Unterführung nehmen.

blog_Bhf SHA Fahrkartenautomat TeilpreisAllerdings: Ich konnte keine Fahrkarte kaufen, denn der Automat verwies nur auf die Kombi Bus – Bahn und wollte für die erste Teilstrecke kein Ticket ausgeben. Ausgerechnet der Bahnautomat will einen also zum Bus schicken (oder das erste Teilstück schwarzfahren lassen).

Wieder in der Redaktion, habe ich deshalb mal nachgefragt. Ergebnis: die Programmierung ist schuld, so die Bahn-Pressestelle. Und der Kunde. Denn wenn der auf dem Automaten eine andere Einstellung wähle, werde ihm auch die Verbindung mit dem Zug angezeigt, die in Summe drei Minuten länger (weil etwas frühere Abfahrt, ansonsten sind Bus und Bahn etwa gleich schnell) als mit der Variante Bus bis Hessental dauert – was aber letztlich keinen Einfluss hat, wenn ich dort weiterfahren muss.
blog_Bhf SHA FahrplanauskunftUnd was war das mit der nicht angezeigten späten Verbindung nach Schwäbisch Hall? Da liegt das Problem im Prinzip umgekehrt, denn dabei wird der Bus, der gegen 23.30 Uhr am Hessentaler Bahnhof wartet und Richtung Haller Innenstadt fährt, nicht berücksichtigt. Weil der eben, nachdem am Haller Bahnhof so spät tatsächlich kein Zug mehr fährt, diesen auch nicht ansteuert. Da aber in der Nähe nur wenig Wohnbebauung ist, wäre eine Berücksichtigung des Busses sinnvoll, denn der fährt sehr wohl die wichtigen Wohngegenden an (kurz nachdem ich den Artikel geschrieben hatte, hatte sich das Ganze aber eh wegen eines Unfalls für einige Zeit erledigt…).
Problem erkannt, Problem gebannt? Ja und nein. Denn aus dem (von sich aus gemachten) Versprechen, die Programmierung in den Abendstunden binnen rund einer Woche dahingehend zu ändern, ist bis heute nichts geworden. Aber vielleicht kommt es ja noch. Verspätet.

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Eis – mal anders

EIS_Titel
Eine eiskalte Stimmung herrscht derzeit in den USA. Naja, eigentlich fast immer. Denn nahezu in jedem Monat gibt es dort mindestens einen „Nationaltag“, der mit Eis zu tun hat. Am heutigen 16. Juli zum Beispiel ist Nationaler Eiscremetag, kurz darauf ist der 23. dem Vanilleeis (und bereits der 7. Juni dem Schokoladeneis) gewidmet, es folgen unter anderem noch der Nationale Wassereis-Tag und der für Eiscreme-Torten. Anlass, hier mal ein paar Eis-Rezepte preiszugeben – passend auch zu einem weiteren Eis-Tag: dem (weltweiten) Tag der kreativen Eissorten.

Ebbes kalts: Gefrorene Variationen schwäbischer Klassiker

Vor rund viereinhalb Jahren ist das Twitter-Projekt @ichbinBW gestartet, jede Woche übernahm ein anderer den Account und berichtete aus seinem Leben im Südwesten. Begleitend dazu gab es eine Internetsite/Blog für Beiträge, die mehr Platz brauchten als 140 Zeichen. Unter anderem meine Rezepte, mit denen ich meine damals aufgekommene Liebe zum Eismachen (weil ich auch ein Pulver entdeckt hatte, mit dem das ohne Eismaschine geht) mit dem Thema des Webauftritts verband und neue Ideen entwickelte.

EIS_Ofenschlupfer-Eis

Eine davon ist die für Ofenschlupfer-Eis. Im Original besteht Ofenschlupfer aus altbackenem Weißbrot/Toast, das mit Mandeln, Äpfeln und Rosinen (eingelegt oder nicht) aufgeschichtet und mit einer Eiermilch übergossen und „überbacken“ wird, dazu wird oft Vanillesoße (oder Schoko-) serviert.

Rezept
Eine Packung Eiszauber für Milcheis
350 ml Milch mit Vanillegeschmack; nach Packungsanweisung zubereiten
2 klein gewürfelte Äpfel,
50 g gehackte Mandeln,
3 EL (Rum-)Rosinen unterziehen
3 Mürbe Torteletts (Brotersatz) in kleine Würfelchen schneiden, ebenfalls unterziehen

Weitere Variationen habe ich in einem Blog-Beitrag hier aufgeschrieben: Schwarzwälder Kirsch (braucht Zeit zur Vorbereitung und Kirschen-baden-lassen) und Träubleskuchen-Eis. Ein ähnliches Rezept wie letzteres ist Zwetschgenkucheneis, dabei werden der Fruchtmasse aber nicht Baiserstückchen (als „Ersatz“ für den Eischnee auf dem Kuchen), sondern echte Streusel zugegeben, und auch keine Keksstückchen (als „Ersatz“ für den Boden des Träubleskuchens). Zu den Rezepten für ichbinBW gab es übrigens auch regionale Infos:

Pflaume oder Zwetschge? Manch einer ist da nicht sicher, und denkt, dass das eine nur ein regionaler Name ist. Tatsächlich aber ist eine Zwetschge eine Unterart der Pflaume – und in der Küche beliebter, weil sich das Fruchtfleisch leichter vom Kern trennt und es bei Hitze die Form behält. Ein großer Teil der deutschlandweiten Pflaumenproduktion stammt aus Baden-Württemberg, vor allem aus der Oberrheinischen Tiefebene.

Variationen von Getränken

EIS_caipieis
Auch gut sind Cocktail-Eissorten. Passend zur Fußball-WM in Brasilien habe ich Caipirinha-Eis gemacht. Da man dazu zwei Eissorten mischt, habe ich jeweils nur die Hälfte der Eiszauber-Mengen genommen.

Rezept
Eine halbe Packung Eiszauber
175 ml Milch und Sahne (je halb halb) aufschlagen,
50 ml Pitú unterziehen.

200 g Quark
50 ml Limettensaft
etwas brauner Rohrzucker verrühren, mit
einer halben Packung Eiszauber Früchte aufschlagen.
Beide Eissorten getrennt voneinander mit einem x-beliebigen Muster in eine flache Schüssel laufen lassen.

Was ich gerade in der leider abgelaufenen Erdbeer-Saison gerne gemacht habe, ist Daiquiri-Eis. Zum Basisrezept mit 500 g Früchten kamen nach dem Aufschlagen noch 100 ml Rum.
Nicht alkoholisch ist das Erdbeer-Balsamico-Eis, hier am Ende 100 ml (Erdbeer-)Balsamico zugeben, es gibt einen weniger süßen Geschmack am Ende.
Nicht selbst gemacht, aber probiert (;-)) habe ich mal Radler-Eis, bei Schuhbeck’s in München. Im Prinzip war es Zitroneneis, das aber keinen so süßen Nachgeschmack hatte wie viele andere dieser Sorten.

Variationen von Süßwaren und Sonstiges

Wenn es auf den Herbst zugeht, gibt es seit einigen Jahren bei mir die Sorte Nusskuppeltorte. Basis ist ein Eiszauber-Vanilleeis (Milch + Vanille), in das noch etwa 75 ml Cognac kommen, zudem etwas gehackte Nüsse und Schokostreusel, je nach Belieben.

EIS_ritterrumeis
Früher habe ich mich daran fast überfressen, heute gibt es sie eher selten, und das dann meistens in der eiskalten Variante: Ritter Sport Rum.
Basis ist Eiszauber für Milch, nach Packungsvorschlag Kakao einrühren, dazu 50 ml Rum und ein paar klein gebröselte Reiswaffeln sowie Ritter-Sport-Rum-Stückchen.

Zudem kann man, gerade bei Weltmeisterschaften und ähnlichem, Länderflaggen mit Eis „nachbauen“, so wie ich es 2014 gemacht habe. Als nächstes könnte dann mal, zum Start der Bundesligasaison, Eis mit Brustring drankommen 🙂 (Wichtiger Termin für Eisliebhaber ist übrigens auch im Februar alle zwei Jahre die Intergastra)

Und wo wir schon bei Flaggen und Co. sind: Am Tag der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten gab es bei mir Orangeneis mit Waffelstückchen – halt nicht alle 😉

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

#EinTag: Schwäbisch Hall – von Höhen und Tiefen

„Für Urlaub habe ich keine Zeit“, soll Karl Lagerfeld einst gesagt haben. Gut, er ergänzte dann: „Zwischendurch fahre ich zum Ausspannen auf mein Schloß in die Bretagne oder nach Monte Carlo.“ Doch auch wer nicht so vielbeschäftigt ist, kann oder will sich einen langen Urlaub nicht immer leisten. In loser Folge gibt es deshalb künftig hier Tipps, wo man (Ausgangspunkt ist die Region Stuttgart) einen freien Tag verbringen kann. Los geht’s mit Schwäbisch Hall, neben Tübingen und Heidelberg wohl eine der Städte, in die es mich als Ausflügler am häufigsten gezogen hat.

hall_titel

Sehen:

Rund ums Rathaus. Schwäbisch Hall ist recht klein, viele Kilometer laufen muss man nicht beim Stadtrundgang – allerdings viele Höhenmeter hinter sich bringen.
hall_probeMarkantester Punkt des historischen und teils steil ansteigenden Kerns ist die Kirche St. Michael mit der bekannten Großen Treppe davor, auf der im Sommer mehrere Theaterstücke aufgeführt werden. Wer Glück hat, kann kurz vor Saisonbeginn auch mal bei der einen oder anderen Probe zuschauen. Am Rande des Marktplatzes gibt es übrigens eine Apotheke, in die ein Blick lohnt, denn hier scheint an vielen Stellen die Zeit stehen geblieben zu sein. Witziges Detail: die „Schnauze“ eines Säbelfischs, die über einem der Tresen hängt.

Am Kocher. Ein paar Meter bergab fließt der Kocher, links und rechts vom Ufer sind nahezu alle Häuser noch mit historischem Fachwerk erhalten, und ein beliebtes Fotomotiv.
hall_brückeDazu kommen noch einige schöne Brücken aus Stein oder Holz. Am östlichen Rand gibt es übrigens einen weiteren Theater-Ort: Auf dem Unterwöhrd entsteht derzeit das Neue Globe-Theater (ähnlich wie das in London), nachdem der alte Rundbau aus Holz abgetragen und nach Berlin verkauft wurde, wo er aber noch nicht wie geplant steht. Direkt daneben befindet sich ein Biergarten, in dem es im Sommer zudem regelmäßig Musik gibt.

Kunstmuseum Würth. Auf der vom Marktplatz aus gesehen anderen Seite des Kocher geht es wieder bergauf. Und wieder entweder auf einer steilen Ebene oder über Treppen bis zu einer weiteren Sehenswürdigkeit, dem Kunstmuseum Würth. Etwa zwei Mal im Jahr wechselt dort die Ausstellung, aktuell gibt es bis zum Ende der Sommerferien ein buntes Sammelsurium am Werken zu sehen, die grob zum Thema Wetter passen. Das alles für den Besucher bei freiem Eintritt.
Zudem gibt es noch ein weiteres Museum: das Hällisch-Fränkische, zwischen Marktplatz und Kocher gelegen.

Comburg. Ein ehemaliges Benediktinerkloster etwas außerhalb der Kernstadt auf einem Berg (Richtung Hessental gelegen). Außen gibt es eine schöne Anlage samt gutem Blick auf die Stadt, innen drin in einer Kirche einige Kunstschätze (und die Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen).

Freilandmuseum Wackershofen. Einige wenige Kilometer von Schwäbisch Hall entfernt, aber mit vielen Parkplätzen und Bahnanschluss (dazu weiter unten mehr). Hier wird Geschichte – vor allem der Landbevölkerung – lebendig, sowohl in den zahlreichen Gebäuden auf dem Gelände, als auch in den Ausstellungen (ganz neu über die Jenischen, über die es nach eigenen Angaben sonst nicht so viele Informationen gibt) und vielen Veranstaltungen, die vor allem am Wochenende stattfinden. Nicht fehlen dürfen natürlich auch Tiere, vor allem die Hällischen Schweine, die gleich am Eingang vor sich hin grunzen.

Essen:

Schwäbisch Hall dürfte wohl eine der höchsten Lokal- und Kneipendichte einer Stadt dieser Größe besitzen. Eine kleinere Ansammlung (mit gutem Italiener/Pizzeria/Eiscafé) gibt es am Kocherquartier, dem noch recht neuen Viertel am ZOB (mit dem einzigen innenstadtnahen Supermarkt).  Zudem sind einige Lokale rund um den Marktplatz angesiedelt (mein Tipp: Posthörnle etwas unterhalb, türkisch) sowie in der oft so genannten „Fressgasse“, der Schwatzbühlgasse. Gutes Eis (halt nicht allzu viele Sorten) gibt es auf der anderen Kocher-Seite, direkt nach der Holzbrücke, im Café Ableitner.

Apropos: Nicht nur Menschen finden in der „Fressgasse“ etwas, wenngleich mancher auf den Kauf von Essen verzichtet und lieber Mundraub betreibt 😉 (Zur Glosse mit Video hier)

 

Hinkommen:

Das ist der Wermutstropfen. Wer mit dem Auto kommt, wird wohl kaum einen der wenigen kostenlosen Parkplätze (v.a. am Bahnhof) bekommen. Dafür gibt es einige Parkhäuser, für die die Tagespauschale (gültig bis 18 Uhr) bei sechs Euro liegt. Die Anreise mit der Bahn ist eher, sagen wir mal, gewöhnungsbedürftig. Von Stuttgart kommend muss man entweder in Heilbronn (und manche der von dort dann fahrenden Bahnen halten in Wackershofen, direkt am Museum) oder in Hessental umsteigen, und dann noch eine Station bis Schwäbisch Hall fahren (was von Mitte bis Ende Juni wegen eines Unfalls auch erschwert war).
hall_bahnhof symbolBeide Bahnhöfe sind aber eher abschreckend, weil schon lange von der Bahn aufgegeben und jegliche Schalter geschlossen, man sollte deshalb viel lieber von „Haltepunkten“ sprechen. Immerhin gibt es am Haller Bahnhof eine Brücke samt Aufzug, was einen schneller und bequemer Richtung Innenstadt bringt (10 min. Fußweg), als wenn man entlang der Straße läuft. Die beiden Bahnhöfe werden Thema eines weiteren Blogbeitrags sein, die Recherche dauert noch ein wenig.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Salzburg: Stadt der Historie und der Musik – selbst in Schokolade gehüllt

Salzburg ist die Stadt von Mozart, der Festspiele, des schlechten Wetters, der Trapp-Familie und der Nockerln – so einige der Vorurteile. Und ja, man findet all das an fast jeder Ecke. Entkommen kann man dem meisten davon dennoch ganz gut.

Wenn man denn will. An Mozart vorbei wollen wird man, wenn man sich Salzburg als Reiseziel für einen Kurztrip ausgesucht hat, wohl kaum. Und vorbei kommt man auch kaum an den Horden von Touristen, die vor seinem Geburtshaus in der Getreidegasse in der Altstadt stehen. Dort gibt es auf drei Stockwerken viele Infos über sein Leben als Wunderkind und Komponist, Originale seiner oft nur mit wenigen Noten hingekritzelten Stücke oder Briefe, die er während der vielen Auslandsreisen schrieb. Richtig gut gemacht in der Ausstellung ist der Teil, der zahlreiche Bühnenbilder für Mozartopern zeigt und diejenigen zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Orten einander gegenüberstellt.
Noch viel mehr aber lohnt ein Gang durch Mozarts Wohnhaus, auf der anderen Seite der Salzach, im Mirabell-Viertel. Es ist nicht so überlaufen wie das Geburtshaus, zudem gibt es einen Audioguide, der die Ausstellungstexte gut ergänzt. Im ersten Stock, nach einer breiten Steintreppe, empfängt den Besucher eine kleine Sammlung mit Instrumenten, auf denen Mozart einst gespielt hat. Es sind hauptsächlich kleine Klaviere und Orgeln, aber auch eine kleine Geige, gestiftet von der Ditzinger Trumpf-Chefin. Und wie der Zufall es wollte, gab es bei unserem Besuch noch mehr Mozart. Denn kurz nach uns betraten zwei Musiker den großen Saal, in dem einst Mozart übte oder mit kleinen Pfeilen auf bemalte Scheiben gezielt wurde. „Wir üben hier nur“, sagten sie zu den erwartungsvollen Besuchern, während sie das Klavier und die Geige stimmten. Doch das hörte sich dennoch richtig gut an, und so blieben die meisten sitzen während der rund einstündigen Probe.

Für beide Häuser, in denen man leider nicht fotografieren darf, gibt es eine Kombikarte. Man kommt damit aber nicht schneller ins Geburtshaus, denn man muss sich dennoch in die Schlange stellen und das Kombiticket in eines nur fürs Geburtshaus umtauschen. Sinnlose Vorschrift, auf die man beim Kauf auch nicht hingewiesen wurde.

Konzerte, Konzerte und nochmals Konzerte
Doch es gibt nicht nur tagsüber Mozart. Unzählige Konzerte werden abends angeboten, etwa im Romanischen Saal der Erzabtei St. Peter, wo wir eines am zweiten Abend gehört haben, oder hoch oben auf der Festung Hohensalzburg, entweder mit oder ohne Essen in der Pause, zudem gibt es einige Festspiele während des Jahres. Die Veranstalter lassen sich das allerdings auch einiges kosten. Im Fall beispielsweise der Konzerte in St. Peter sind das 22 Euro für gut eine Dreiviertel Stunde Musik.
Immerhin kamen wir dank des ersten Konzerts zu einem weiteren am nächsten Abend. Denn vor Beginn ging eine Sängerin eines US-amerikanischen Chors durch die Reihen und lud zu einem kostenfreien Konzert ihrer Österreich-, Tschechien- und Polentour in der Kollegienkirche. Geboten wurde ein abwechslungsreiches Programm, beginnend mit Klassikern von Bach, Vivaldi und dem Amazing Grace, zwischendrin gab es Charpentier und US-amerikanische Werke, teilweise begleitet auch von Solisten. Die Musiker waren allesamt Profis, nur leider brachte die ungeheizte Kirche, befördert durch das nasskalte Wetter der vorangegangenen Tage, einige Zuhörer dazu, zur Pause zu gehen.
Und natürlich dürfen auch die Straßenmusiker in Salzburg nicht fehlen.

Hoch oben und unter der Erde: Festung, zwei Friedhöfe und das älteste Kino
Ja, das Wetter war nicht das beste. Wie schon bei meinem ersten, deshalb aber sehr kurzen Besuchs auf der Durchreise von einem beruflichen Termin, gab es auch diesmal Regen, am ersten Tag nach der Ankunft gegen 15 Uhr kombiniert mit Schnee und kaltem Wind. Dafür gab es auch (mit dem zweiten) einen schönen Tag, am dritten blieb es dann bis zum frühen Abend trocken, ehe es dann zum Abschied wieder etwas feucht wurde.
Doch immerhin kann man in Salzburg einiges auch im Trockenen anschauen, etwa die beiden Mozart-Stätten, das Schloss Mirabell samt schönem, blühendem Garten auf der neueren Seite, das DomQuartier sowie die Festung Hohensalzburg auf dem Mönchsberg.

Dorthin gelangt man mit einer eigenen Bahn, und nach wenigen Minuten ist man schon mehr als 400 Meter über der Altstadt. Bei gutem Wetter lohnt das Treppensteigen hinauf zur Panoramaterrasse. Doch ein wunderbarer Blick über die Altstadt und darüber hinaus gibt es – nach noch mehr Treppen – auch vom Festungsturm. Er markiert fast das Ende des Rundgangs durch das Festungsmuseum, für das es einen Audioguide gibt, und das sich vor allem der Baugeschichte widmet. Denn die Festung wurde in unzähligen Schritten nach und nach erweitert. Nicht fehlen dürfen neben dem höchsten Turm auch eine Folterkammer, eine Ausstellung mit Rüstungen und Co. sowie prunkvolle Säle (in einem davon finden auch die Konzerte statt). Für einen extra Eintritt kommt man zudem durch das Magische Theater – ein historisch angehauchtes Figurentheater über die örtliche Geschichte – in das Fürstenzimmer. Im Bauch der Festung gibt es noch das Marionettenmuseum mit einigen Figuren der Salzburger Geschichte.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Bei gutem Wetter lohnt auch ein Blick auf den Friedhof bei der St. Sebastianskirche. Denn dort liegt unter anderem die Familie Mozart und es gibt ein Denkmal für Paracelsus.

Aber auch die anderen Gräber sind interessant, ganz anders als in Deutschland. Wo wir hier überwiegend massive, quaderförmige Steine haben, gibt es in Österreich vor allem schlanke, fast schon filigran wirkende Metallkreuze. Manche sind mit Fotos verziert, viele geben zudem preis, welchen Beruf der Verstorbene hatte. Und da sind schon einige kuriose Bezeichnungen dabei: Fleischhauermeister (Metzger), Bahnrat, Thumbcapitl oder auch Großgrundsbesitzersgattin. Ein besonderes Flair spürt man auf einem weiteren Friedhof, dem direkt an der Erzabtei St. Peter, denn er schmiegt sich fast schon an die steilen Felsen des Mönchsbergs an. Noch viel bedrückender wirken diese, wie hohe Mauern anmutende Steine im weiteren Verlauf der Hauptstraße Richtung Norden, wo zahlreiche Häuser in den Felsen gebaut sind.

Ein Geheimtipp befindet sich direkt in unserem Hotel, dem Altstadthotel Kasererbräu in der Nähe des Kajetanerplatzes (Zimmer und Bad recht groß, dafür war es umso enger im Frühstücksraum, Service dort eher schlecht): das Mozartkino, nach eigenen Angaben eines der ältesten der Welt – und eines der wenigen mit offen sichtbaren römischen Überresten, im passend benannten Römersaal, dem kleineren der beiden, gelegen im Untergeschoss. 1905 wurden im Mozartkino schon Filme gezeigt. Für uns gab es aber am dritten Abend einen recht neuen: die Komödie „Abgang mit Stil“ (empfehlenswert).

Flach, flach, rund: Palatschinken, Wiener Schitzel und Mozartkugeln
Fehlt noch die Verpflegung – wichtig im Ausland und angesichts vieler zurückgelegter Kilometer. Die Stadt ist zwar nicht groß, aber es kommen doch einige kleinere Wege durch die vielen Gassen zusammen, die man dann am Ende des Tages spürt. Erste größere Pausen waren deshalb am frühen Nachmittag willkommen ;-).
Die meisten Cafés bieten zwar die Salzburger Nockerln (Eier und Mehl mit ganz viel Zucker) an, aber zum Glück auch andere Klassiker, wie Apfel- und Topfenstrudel, Palatschinken (siehe Foto, mit arg süßer Schokosauce) oder Kaiserschmarrn. An einigen Marktständen vor der Kollegienkirche wie auch bei einem kleinen Fest rund um die Domresidenz wurden „Salzburger Brezeln“ angeboten, riesige Teile mit Laugenüberzug, wie auch als süße Variante als Berliner und andere vermutlich aus Mürbteig (etwa Typ Mozart, mit Schokoüberzug und Marmelade).
Ein kleiner Tipp ist das „Café am Kai“ direkt am Müllnersteg nahe des Schlosses: Service top und zwar nur kleine Auswahl an Mehlspeisen und Kuchen, aber dafür gut. Einen guten Griff gemacht haben wir auch mit einer Art Tante-Emma-Laden mit angeschlossener Bäckerei und Sitzbereich am Kajetanerplatz. Dort gab es die größte Portion des Kurztrips, in unserem Fall Apfelkuchen mit Nüssen.

Nicht vorbei kommt man in Österreich wohl auch am Wiener Schnitzel, also dem echten, aus Kalbfleisch. Das gibt’s aber nicht überall, oft nur Schnitzel Wiener Art. Ein sehr gutes Original bekommt man im Lokal Zum Eulenspiegel (mit den obligatorischen (Petersilien)Erdäpfeln und Preiselbeeren). Sehr gute Backhendl, eine weitere Spezialität, hatten wir im Restaurant zum blauen Elefanten, gleich in der Nähe der Kollegienkirche, zusammen mit dem wohl besten Kartoffelsalat, den ich bislang in einem Lokal hatte.
Aber auch Vegetarier können fündig werden. Am ersten Abend landeten wir im „Herzl“, wo es Kasnock’n und Tiroler Spinatnock’n gab. Hört sich fast gleich an, ist es aber nicht. Ersteres sind quasi Kässpätzle (bzw. eher Knöpfle), das andere große grüne Klöße, die auf einem kleinen See aus Butter lagen und Käse oben drauf hatten. Alles in allem also keine figurfreundlichen Speisen, aber das war in Österreich auch nicht anders zu erwarten ;-).

Ach, und dann schon wieder Mozart. In zahlreichen Schaufenstern stapeln sich die mit Schokolade überzogenen Kugeln. Mal „Echte“, dann „Original“ oder „Traditionelle“ – jeder Konditor wirbt für seine spezielle Zubereitungsart. Aber egal, welche nun „die richtige“ ist: An Mozart kommt man in Salzburg auch kulinarisch einfach nicht vorbei.

Und hier noch eine Karte mit den persönlichen Stationen:

Veröffentlicht unter in und um und um herum | Kommentar hinterlassen

Zehn Berufsjahre als Redakteurin – viel Zeit bei immer weniger Zeit

Schon wieder ist das erste Quartal eines Jahres fast rum, und auch das ganze Jahrzehnt hat eigentlich nicht mehr sooo lange bis zum Ende. Wie schnell die Zeit vergeht, habe ich auch unlängst wieder festgestellt. Denn eines Abends im Training gab es plötzlich eine Urkunde – Meine allererste Ehrenurkunde! – und eine Flasche Wein, für zehn Jahre Mitgliedschaft. Genauer gesagt, für: „hervorragende Verdienste um die Förderung des Sports und unermüdlichen Eintretens für ihre Ziele“. Und es ist nicht das einzige Zehnjährige dieser Tage.

Im Februar 2005 habe ich, nach einigem Suchen, ein Volontariat begonnen, bei einem auf Branchennachrichten spezialisierten Fachverlag. Zwei Jahre dann drehte sich mein beruflicher Alltag um Nachrichten und Berichte rund um Metallverpackungen und Logistik für Verpackungsunternehmen. Nicht genau das, was ich nach vorangegangenen drei Jahren bei einer Tageszeitung (Frankfurter Rundschau) wollte, aber ein Volontariat musste halt sein, um später doch noch meine Ziele zu erreichen.

Heute, zehn Jahre nach dem offiziell ersten Arbeitstag als Redakteurin (gut, das Jubiläum ist schon ein paar Tage her), bin ich dem näher, und es ist Zeit für eine kleine Rückschau. Viel hat sich seitdem getan. Meine eigene Arbeit ist schneller geworden. Und das nicht nur, weil während meiner ersten Wochen im Volontariat meine Redaktion noch alle 14 Tage das A4-Heft „Euwid Verpackung“ herausgegeben hat und dann auf wöchentliche Erscheinungsweise wechselte. Sondern vor allem in der Zeit danach. War das Arbeiten während meiner Ausbildung und der anschließenden Elternzeit noch sehr gemütlich, gab es danach ein anderes Tempo, als ich neben meinem Aufbaustudium der Journalistik als freie Mitarbeiterin für einen Lokalteil von Stuttgarter Zeitung und Nachrichten geschrieben habe, der nur drei Mal die Woche erscheint. Klassischer Terminjournalismus, aber auch viel Eigeninitiative waren gefragt.

Im Mai 2008 stieg ich dann bei dpa ein, zunächst als studentische Frührecherche (Zeitungen und Radiosendungen auswerten, Polizei-Rundruf etc.), später als Reporterin und nach Abgabe meiner Diplomarbeit am 30.12.2009 als Vertretungs-Korrespondentin im Mannheimer Büro, im Sommer dann habe ich für einige Wochen die Vakanz in Ulm überbrückt. Eine stressige Zeit, aber auch eine lehrreiche, mit interessanten Terminen, die aber beileibe nicht alle vergnügungssteuerpflichtig waren.

Viel Zeit vergangen – bei immer weniger Zeit

Doch viel Zeitdruck war auch damals schon nicht allzu förderlich, für die Autoren selbst, aber auch für das Image der Branche, wie ich finde. Denn es gab zum Beispiel die strenge Regel, dass spätestens zwei Stunden nach Beginn eines Termins eine Meldung ausgesendet sein musste. Das führte aber auch dazu, dass man oft während einer Gerichtsverhandlung kurz rausmusste zum tippen oder telefonieren, und vielleicht etwas Wichtiges verpasste. Oder ein Korrespondentenbericht (nicht mehr online) anlässlich eines Termins geschickt werden musste, der eigentlich gar nicht termingebunden im klassischen Sinn war, und der aufgrund des komplexen Themas noch Recherche für ergänzende Informationen gebraucht hätte.

Und auch in Zeitungsredaktionen hat das Tempo angezogen (wenngleich mir hier der Vergleich über viele Jahre fehlt, weil ich aufgrund meiner Vertrags- oder Arbeitssituation auf nur jeweils rund zwei bis drei Jahre gekommen bin), allerdings aus unterschiedlichen Gründen. Bei der StZ war „Online first“ das Motto bei manchen wichtigen Terminen oder Themen, zudem kann ich mich auch an die eine oder andere Vorausmeldung erinnern, die ich, wie bei dpa Usus, auch für die Zeitung geschrieben habe.
Zudem gibt es immer mehr Informationsquellen, man stößt über twitter oder Facebook auf neue Themen, gerade im Lokalen, wenn ein Bürger einen Vorfall innerhalb einer Gruppe oder auf der Pinnwand der Zeitung teilt, und dem man rasch nachgehen sollte. Auch, weil manchmal Dinge behauptet werden, die nicht (ganz) der Wahrheit entsprechen, verbunden gerne mit den Vorwürfen, die Medien würden dieses oder jenes verschweigen. Ein Beispiel aus Bietigheim: Sonntagabends tauchten in einer FB-Gruppe (in der ich erst danach Mitglied wurde, als mir bei der Recherche ein Taxifahrer sein Handy zeigte) Kommentare auf, dass es in einem Stadtteil eine Schlägerei oder noch mehr gegeben hatte, überall Blutspuren waren, so viel, dass wohl jemand gestorben sei. Als am Montag nichts in der Zeitung stand (weil die Polizei nichts mitgeteilt hatte), kamen natürlich die Vorwürfe, dass es ganz sicher Flüchtlinge waren, die andere abgestochen haben, und dass das deshalb nicht gemeldet wird. Und so war man nicht nur mit der Recherche beschäftigt, sondern auch damit, Lesern zu antworten und zu erklären, warum man noch nichts mitbekommen hatte. Druck auch von einer früher nicht in dieser Form gekannten Intensität, „Leserbriefe“, schnell getippt.
Und dann gibt es wieder den hausgemachten Stress, weil auf die Redakteure immer mehr Arbeit zukommt, gerade mit Blick auf Online. Auch diese Kanäle sollen befüllt werden, nicht nur mit zwei oder drei Meldungen pro Woche, wie während meines Volontariats. Und das nicht nur mit Blick auf die Website, sondern auf die externen, nun nicht mehr ganz so neuen Medien: Facebook und Twitter sind Standard, dazu noch Instagram, Google Maps, WhatsApp, Snapchat (wobei: Vor einem Jahr Thema einiger Sessions beim Digital Media Camp in München, dieses Jahr kaum noch) sowie Storytelling, Datenjournalismus und was sonst noch alles da ist. Tolle Möglichkeiten, keine Frage. Aber es sind Möglichkeiten, die Zeit brauchen, um damit Vernünftiges für den Journalismus – und den Leser – zu machen. Zeit, die heute oft fehlt.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Hello Helau!

Die fünfte Jahreszeit steuert auf ihren Höhepunkt zu. Thema ist das natürlich auch in den Lokalredaktionen – und selbst, wenn man kein besonderer Faschingsfreund ist, kommt man doch auf so manchen Artikel…

Aktuell gibt es von mir eine etwas andere Art der Vorschau auf den Bietigheimer Rathaussturm am Schmutzigen Donnerstag. Und eine Google Map mit einer Übersicht über Orte und frühere Artikel von mir.

 

Vorschau:

An diesem Tag, da ist‘s soweit,
mit viel närrischem Geleit,
heißt‘s für Kessing Abschied nehmen
von vielen schwier‘gen Themen,
mancher Räte spitzen Zungen
und Spitzen, die gelungen,
von manch ermüdender Debatte,
aber auch: der eigenen Krawatte.
Denn heut an Weiberfassenacht,
ist‘s vorbei mit Kessings Macht.
Narren zieh‘n zum Rathaus hin,
und ham dabei nur eins im Sinn:
den Schlüssel zu bekommen,
nachdem die Treppen sind erklommen,
die Reihen der Verteidiger gelichtet
und der Narrenbaum errichtet.

Doch was gibt es dort zu holen?
fragt sich mancher unverhohlen.
Denn nur die Macht macht keinen Spaß,
da muss doch noch was Einfach‘s sein, irgendwas
Wir haben deshalb nachgefragt,
hier nun das, was man uns gesagt:
Unten angefangen lagern die Geschenke,
Bücher, Gläser, alkoholische Getränke,
dazu noch einige Krawatten,
(nein, nicht die, die einige bis heut noch hatten)
die die Stadt so unterm Jahr verschenkt
und so die Gunst in günst‘ge Bahnen lenkt.
Dazu gibt‘s in so ’nem Haus,
viel‘ PCs samt Maus,
Stifte, Stempel und Papier,
und, ganz neu eingeführt hier,
Tablets, kleine, flache Computer,
wo mancher Rat erst fragte: tut er?
Doch bislang gab‘s kaum Klagen,
so das Hörensagen.

Ganz oben aber ist noch was,
schön platziert und unter Glas,
leicht versteckt und ohne Licht,
(sowas macht man eigentlich nicht)
eine Vitrine mit so manchem Souvenir
wohl ausgesucht mit viel Plaisir,
in Bietigheimer Partnerstädten,
als da wären Münzen, Ketten,
große, kleine Dekoteller,
vieles mehr für‘n Keller…
Denn nicht jedes Teil ist schön,
manches mehr zum Abgewöhn‘.
Doch das ist nicht der Grund für wenig Licht
sondern Strom, den‘s da gibt nicht
an dieser Stell‘ im alt‘ Gemäuer,
anders wär‘s, wär‘s Rathaus neuer.

So, das alles gäbe es zu holen,
doch wir hoffen, es wird nix gestohlen.
Denn für die Narren gibt es wirklich was:
perlend-spritzig‘ Nass,
spendiert vom Bürgermeister
für die Narrengeister,
damit sie gnädig sind gestimmt,
und ein jeder sich benimmt,
bis er wieder ist der Boss
und hat das Teil fürs Rathausschloss.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen